Reifepotenzial

Wenn man sich an dem Grundgedanken orientiert, dass nur da etwas reifen kann, wo sich etwas befindet, kann man das Reifepotenzial eines Weines begreifen. Im Falle eines Weines bedeutet das, wenn ein Wein keine Extrakte besitzt, kann auch nichts reifen. Als Beispiel: Man legt ein Stück Eisen ins Wasser, je dünner es ist, desto schneller wird es schließlich rosten. Das Reifepotenzial sagt somit auch etwas über die Haltbarkeit eines Weines aus, da es eben länger dauert und der Wein länger haltbar ist, wenn er das nötige Potenzial besitzt. Süße Weine, wie eine Trockenbeerenauslese oder auch ein Eiswein, können auch nach 100 Jahren noch jung schmecken und sehr elegant, ausgeglichen wirken.

Rotweine, die tanninbetont und körperreich sind, können gut ein viertel Jahrhundert reifen, ohne auch nur etwas an Charakter einzubüßen - im Gegenteil. In den Rotweinen ist für die Haltbarkeit der Gerbstoff verantwortlich, sie ketten sich aneinander, ohne Sauerstoff zu verbrauchen.